endlich ist das rätsel um sesselkleber wulff gelöst. nicht etwa der uhu-kleber macht es aus, auch nicht das sponsoring der tackerfirma. nein, es ist die super-haftcreme
wulffident-foto gefunden via frank grau Ähnlich wie SP-Schweiz immer wieder lustig, wen einem twitter in korrelation zu aufgerufenen profilen vorschlägt. so heute wieder, als ich ins profil der sp-schweiz reinschaute. passend zum anscheinend sehr wässrigen profil der sp-schweiz wären die grünliberalen an und für sich, der cvp-politiker laurent dietrich, sowie claudine esseiva, generalsekretärin der fdp-frauen schweiz, die diese woche schon einmal gast im blog war.
es stellt sich nun die frage, ob politische profile prinzipiell verwässert sind oder twitter schlicht überfordert ist, mit seinen tipps.
die schaffhauser nachrichten druckte ungefragt, unhonoriert und ohne das wissen und einverständnis der autorin, einen ganzen beitrag aus dem blog batz.ch (forum für schweizer wirtschaftpolitik) in der printausgabe der zeitung ab.
sn, 26.1.2012
monika bütler (professorin für volkswirtschaftslehre an der universität st. gallen) zeigt sich in ihrem aktuellen beitrag auf dem blog batz.ch zu recht verärgert darüber, dass die schaffhauser nachrichten unter chefredaktor norbert neininger am 26. januar 2012 -ohne ihr wissen - einen ihrer batz-artikel ganz abdruckte. dies sogar so, dass es den anschein machte, sie hätte den beitrag exklusiv für die schaffhauser nachrichten verfasst:
"Mein Beitrag wurde zudem innerhalb einer Pro- und Contra Debatte zur Initiative des HEV verwendet. (Ob Hans Egloff – mein fiktives Gegenüber – wohl etwas davon wusste?). Unter diesen Bedingungen ist es auch klar, dass die Zeitung den batz.ch als Quelle nicht nennt."
bemerkt hatte sie das "raubkopieren" der zeitung erst, als sie per mail dankesschreiben erhielt:
“Vielen herzlichen Dank für Ihren Beitrag in der gestrigen Ausgabe der Schaffhauser Nachrichten”, schrieb mir eine Leserin der Schaffhauser Nachrichten vor rund 10 Tagen. Drei weitere ähnliche emails folgten. Dumm war nur, dass ich mich nicht an einen solchen Beitrag in den Schaffhauser Nachrichten (nach eigenen Angaben: Schaffhauser Intelligenzblatt) erinnern konnte.
ärgerlich sei auch, dass das "schaffhauser intelligenzblatt" (betitelung steht so im kopf der zeitung) sinnverändernd redigiert habe. so zum beispiel den titel ersetzt:
"Die von den Schaffhauser Nachrichten publizierte Version unterscheidet sich von meinem ursprünglichen Text im Titel (Keinerlei ökonomische Vernunft) und dem ersten Satz, der dem Beitrag eine andere Stossrichtung und Tonalität gab. Im ursprünglichen Text drückte ich mein Unverständnis für die Unterstützung des Bausparens durch die zwei Kammern des Parlaments aus und nicht ein Unverständnis für die Initiativen.
im detail sah die inhaltlich sinnverändernde textänderung im ersten satz so aus:
Erster Satz des batz-Beitrags: "Das Bausparen soll nach dem Willen der beiden Kammern subventioniert werden."
Erster Satz des Beitrags auf ShN: "Das Bausparen soll mit der Initiative subventioniert werden."
neininger sehe darin keine urheberrechtsverletzung und wolle den abgedruckten beitrag auch nicht nachträglich honorieren, geschweige denn einen verletzerzuschlag, wie ein rechtsberater im kommentar des batz-blogs rät, bezahlen.
dabei wäre alles so einfach gewesen, schreibt bütler im blog:
Es wäre so einfach gewesen, zu fragen. Und vor allem anständig. Doch die Schaffhauser Nachrichten informierte mich auch später nicht. Auf ein Belegexemplar warte ich noch heute. Ich musste mir den Text via Argus und über das kostenpflichtige (!) Archiv der Schaffhauser Nachrichten selber besorgen. Wären die Leser nicht gewesen – ich wüsste noch heute nichts davon.
zum abschluss zitiert bütler genüsslich aus einem beitrag, den neininger in der nzz zum thema urheberrechtsverletzungen im internet publizierte:
Den zweiten Abschnitt des Aufsatzes von Norbert Neininger (NZZ, 17. August 2010:”Verlage haben Anrecht auf besseren Schutz”) möchte ich unseren Lesern nicht vorenthalten: “Programme, Texte, Bilder, Musikstücke, Filme — all das stand plötzlich weltweit zur Verfügung, und es kostete nichts. Und während jeder Turnverein, der seinen Unterhaltungsabend mit Musik untermalte, Urheberrechtsgebühren entrichten musste, gewöhnten sich die (jungen) Menschen daran, dass weder Recht noch Ordnung im Netz gelten. Das Aussergewöhnliche hielten alle für selbstverständlich, und wer darauf hinwies, galt als Ewiggestriger.”
der chefredaktor der schaffhauser nachrichten scheint inzwischen doch kalte füsse bekommen zu haben, der text ist zumindest im archiv der schaffhauser nachrichten nicht mehr zu finden.
kommentar des lupe-blogs:
zeitungen dürfen, ja sollen aus blogs zitieren, genauso, wie wir dies auch umgekehrt tun. allerdings sollte jeder, blogger wie journalist, der ganze beiträge übernehmen will, das einverständnis des autoren einholen. wer zitiert, der soll auch die quellangabe liefern. gegenüber online-zeitungen nehmen blogger diesbezüglich eine vorbildfunktion ein. blogger verlinken fast ausschliesslich auf die zitierte zeitung. umgekehrt ist dies leider nicht immer der fall. textpassagen sinnverändernd redigieren ist allerdings ein unverzeihliches no-go.
im vorliegenden fall hat norbert neininger als chefredaktor höchst ungeschickt reagiert. ein eingestehen des groben fehlers, mit nachträglichem honorieren (inkl. verletzerzuschlag) wäre wesentlich geschickter und weniger imageschädigend gewesen. aber vielleicht folgt die späte einsicht ja noch.
............................... update1 - 8.2.2012: im blog batz.ch schildert professorin m. bütler nun, wie neininger seine "raubkopiererei" begründet:
auszug daraus (ganzer beitrag via link unten)
neiningers rechtfertigung:
- der Aufsatz “Ausstieg aus der ökonomischen Vernunft” ist auf der Website des Mieterverbandes und anderen Websites verlinkt
- der Beitrag ist auf dem Blog schrankenlos zugänglich. Der Blog wird zudem in den Social Media Plattformen annonciert.
- auf dem Blog www.batz.ch selber finden sich keine Hinweis, dass die Beiträge urheberrechtlich geschützt sind.
- Es heisst dort im Gegenteil unter “Zielsetzung”: “batz.ch soll der Schweizer Öffentlichkeit zeigen, was Schweizer Wirtschaftsprofessoren zu aktuellen Themen der Wirtschaftspolitik denken. Die Initiatoren hoffen, mit dieser Plattform den Graben zwischen akademischer Forschung und öffentlicher Meinung zu verringern”.
Herr Neininger meinte, dass die Redaktion der Schaffhauser Nachrichten einfach dieser Aufforderung nachgekommen sei und durch die Publikation des Blogbeitrags der Schaffhauser Öffentlichkeit gezeigt habe, was ich zu einem aktuellen Thema der Wirtschaftspolitik denken würde.
lupe-kommentar zur rechtfertigung neiningers: zynisch, ironisch, uneinsichtig, stur und völlig ungeschickt, weil imageschädigend für die schaffhauser nachrichten
............................... update2 - 8.2.2012: (ich liebe meine leser. vielen dank für die erneute mail-zustellung eines zeitungsausschnittes)
der druck scheint grösser geworden zu sein. nun reagiert neininger in der schaffhauser nachrichten und rechtfertigt in ähnlich süffisanter art und weise die kopiererei:
sn, 7.2.2012
neininger schreibt, bütler habe umgehend, kurz und bündig 2500 franken honorar für 55 zeilen verlangt. dass neininger dieses honorar symbolisch hätte einem forschungsinstitut überweisen sollen (also nicht an professorin bütler), verschweigt er gewissentlich.
im blau markierten bereich macht sich chefredaktor neininger über die verägerung der professorin so richtig lustig:
zitat neininger: "Diese Schmach soll nicht länger auf der Autorin lasten, und wir halten deshalb fest, dass sie den Text gegen die Bauspar-Initiative nicht etwa für die Leserinnen und Leser der "Schaffhauser Nachrichten" sondern für den schrankenlos und frei lesbaren Blog www.batz.ch verfasst hat"
erneut zynismus, lächerlichmachen und ein spürchen zwangseinsicht ob des öffentlichen druckes. immerhin druckt neininger die sinnverändernden "anpassungen" des textes auch ab.
.......... update3 - 8.2.2012: ein gefälligkeits-interview mit neininger auf persönlich.com, marke blocher-tv (link unten).
die interviewführung ist sogar noch schwächer, als jene der blocher-sendungen. eine völlig
unkritische "zustellung" von stichworten ohne rückfragen. urs rauber, journalist "nzz am sonntag" bemerkt auf twitter zum inhalt der neininger-aussagen, dass dieser es ganz einfach gehabt hätte. er hätte sich nur zu entschuldigen brauchen. weiter twittert lauber dazu:
"Schwarmdummheit" wirft @nneininger nun seinen Kritikern auf Twitter vor. Ziemlich billig... persoenlich.com/news/show_news…
... dem bleibt nur anzufügen, dass der geschäftsführer von persoenlich.com, matthias ackeret, von neininger auserkoren wurde, die wöchentlichen blocher-tv-interviewfragen stellen zu dürfen.
update4 - 8.2.12 - gefälligkeitsartikel für neininger im tagesanzeiger (link unten)
jorunalist maurice thiriet nimmt sich der thematik ziemlich einseitig und für neininger parteiergreifend an. er lässt chefredaktor neininger zu wort kommen, bütler hingegen nicht. er bezeichnet neininger als "ausgewiesenen verfechter des urheberschutzes für journalistische leistungen".
leser "martin" fasst in seinem kommentar sehr gut zusammen, warum man thiriets beitrag als gefälligkeitsartikel bezeichnen kann:
- Bezeichnet Kritiken im Netz als "Shitstorm" und nicht als legitimen Protest
- Verwendung des Konditionals ("hätten")
- Reduktion auf "Internetaktivisten", die "monieren"
- Website, wo Prof. Bütler schreibt, wird nicht erwähnt ("in einem Ökonomenblog"); die Zeitung von Herrn Neininger hingegen wird erwähnt
- Herr Neininger darf Stellung nehmen, Prof. Bütler nicht
- Unterstellung, Prof. Bütler sei nicht an einer Einigung interessiert (dabei hat sie einen Vorschlag auf den Tisch gelegt)
- Und, notabene, keinerlei Stellungnahme zum eigentlichen Problem, obwohl Maurice Thiriet als Journalist die Problematik nur zu gut kennen müsste
es scheint, dass die beiden weiblichen fdp-aushängeschilder, claudine esseiva und christa markwalder, eine pr-agentur für sich twittern lassen. praktisch zur selben minute erscheinen auf den beiden twitter-accounts die genau gleichen tweets (bessere ansicht durch klick aufs bild):
ein vergleich gefällig?
hier noch an einem beispiel im detail zu sehen:
twittern sie nicht genau das gleiche, so doch mehr oder minder zur gleichen zeit über das gleiche. so schreibt christa markwalder über "super young global leader christa markwalder" während claudine esseiva
über ein interview mit "young global shapers" schreibt. zufall? wohl kaum. dass christa markwalder als aussenstehende über sich twittert "christa markwalder hat sich am wef in davos ..." lässt doch nur einen schluss zu: sie lässt eine agentur twittern. etwa jene von mark balsiger, wird auf twitter jetzt spekuliert? kann ich mir irgendwie nicht vorstellen. ach, übrigens retweetete esseiva (oder besser, ihr ghosttwitterer) diesen tweet auch umgehend.
wenn eine agentur für die beiden fdp-politikerinnen twittert, so würde ich diese agentur sofort wechseln. peinlicher kann man diesen auftrag kaum erfüllen.
.....
twitteraccount von christa markwalder
twitteraccount von claudine esseiva ..... auf den "zufall" gestossen durch twitterin @cinduelle Gefährliche linke Unterwanderung rote welle, wohin man schaut.
der ndr deckt auf,
wie weit die linke unterwanderung schon gediehen ist:
jeder halbwegs bekannte promi will seine memoiren schreiben, oft schon 40 jahre, bevor er das zeitliche segnet. einige schreiben gleich mehrmals neue memoiren. wieder andere lassen sich welche schreiben. ein blick in die aktuelle entwicklung rund um die memoiren-schreiber-promis.
christoph blocher bezweifelt in seinen memoiren, dass es nebst ihm noch einen zweiten gott gebe
dieter bohlens memoiren mussten überarbeitet werden, weil das wort "ich" 20% des inhaltes einnahm
nach freiwilliger streichung sämtlicher plagiatsstellen umfassen guttenbergs memoiren genau noch 2 a4-seiten
wulff wollte seine memoiren schreiben. da er sich an nichts mehr genau erinnert, hat er den versuch aufgegeben
george bush II hat all seine erinnerungen niedergeschrieben. buch hat 4 seiten: editorial, inhaltsverzeichnis, memoiren, dank
in wegelin-banker hummlers memoiren wurden alle namen chiffriert. passwort liegt im st. galler tresorraum. unterstes fächli rechts (@cinduelle, via twitter)
natalie zickli ward "megamässig sauer" als "der sonntag" schrieb, ihre memoiren stammten von christoph mörgeli, gregor rutz und g. zottel
(@cinduelle, via twitter)
wulffs memoiren sollten erscheinen unter dem titel "widdewidde".
auf seite 1. stand "ich mach' mir die welt wie sie mir gefällt". das projekt wurde eingestellt, nachdem der verleger von pipi langstrumpf mit klage gedroht hat.... (kohlendioxid, via kommentar)
josef „joe“ meinrad ackermann hat vor seine memoiren zu schreiben titel "wir leben alle unter dem gleichen himmel aber wir haben nicht alle den gleichen horizont" (thomala, via kommentar)
uhu sponsert die memoiren von wulff, blocher, westerwelle und zuppiger
die memoiren von thilo sarazin sollen von einem ghostwriter namens bushido verfasst worden sein, weil er sich selbst vorher aus versehen abgeschafft hatte. (via kommentar
(liste wird ergänzt)
weitere gerüchte, bezüglich promi-memoiren gesucht?vielleicht über berlusconi, darbellay, mörgeli, schawinski, sarrazin, merkel, sarkozy, schneider-ammann, westerwelle, ... ?
da ich kaum zeit zum bloggen finde, hier rasch ein paar netzfundstücke zum geschehen der woche:
obama on anbiedertour:
euroma und europa retten uns
kurt beck mit skimütze prüft mitsubishi-kauf:
ach ja, was macht eigentlich berlusconi? leidet er unter dem machtverlust und sitzt gar traurig irgendwo rum? ... warum komme ich jetzt nur auf diese frage?
Hagen Rethers "Liebe Update 2011" hagen rether über wutbürger, frauenversteher, paradoxien und bio-bananen, die mit rapsöl eingeflogen werden. ein paradoxie-beispiel bevor die show losgeht: "microsoft works".
wir suchen noch einen originellen namen für unseren blogpsychologen
das wohlbefinden unserer leser ist uns wichtig. in loser reihenfolge gibt euch darum an dieser stelle der hauseigene blogpsychologe praktische tipps und analysen für euer leben. oft im zusammenhang mit topaktuellen ereignissen:
leser: "beim ersten mal klappt es bei mir einfach nie so richtig?!"
blogpsychologe: "mach dir nichts draus. wenn es beim ersten mal nicht klappt, nenne es einfach version 0.9 oder beta"
alle bisherigen beiträge siehe oben via reiter "blogpsychologe"
..... idee via @schrottanzeiger
wie jeden dienstag und samstag suchen wir erneut texte, gedankenblasen oder erläuterungen zu einem foto. (alle bisherigen beiträge findet ihr oben im reiter fotolegenden)
was ist da los auf diesem bild aus mexiko? lustige, originelle, satirische ideen für foto-legenden bitte in den kommentar.